Am Anfang war die Startpackung Eigene
Ideen, was man machen könnte, waren nach dem Besuch verschiedener Ausstellungen
und dem Studium von Zeitschriften und Büchern schnell vorhanden. Es
sollte etwas sein, was nicht nur im Kreis fährt, sondern auch die Darstellung
eines kleinen Rangierbetriebs ermöglichte. Die Umsetzung einer existierenden
Landschaft und ein Schattenbahnhof waren nicht vorgesehen. Um dann auch dem
neuen Ruf der Technik zu folgen, sollte die Anlage digital sein und mit einem Computer
gesteuert werden. Die bestehenden Einschränkungen der räumlichen Möglichkeiten
führten zur Entscheidung für die Spurweite N. Außerdem war noch Material aus
alten PIKO-Zeiten vorhanden, welches noch einmal zur
Geltung kommen konnte.
Aufgrund
langjähriger Kontakte zum „Modellbahnclub Greifswald e.V.“ war eine
Clubmitgliedschaft fest eingeplant. Im
Januar 2006 war es dann soweit. Ich wurde als ordentliches Clubmitglied
aufgenommen. Damit erweiterten sich die Möglichkeiten zum Bau einer
Modellbahnanlage natürlich enorm. Es standen mir nun Räumlichkeiten zum Bauen
und auch einige Maschinen zur Verfügung, die man nicht unbedingt zu Hause hat.
Weiterhin bekam ich das geballte Wissen und die Erfahrungen der anderen
langjährigen Clubmitglieder zu spüren. Ich, der bisher wusste das alles was
schwarz ist und hinten Kohlen drauf hat, eine Dampflok ist, wenn ein
Stromabnehmer oben drauf ist, ist es eine E-Lok, und wenn es beides nicht hat,
ist es eine Diesellok, wurde mit Fachbegriffen zugeschüttet.
Dann
wollte ich auch noch vieles anders machen, wie es bisher im Club üblich war.
Eine digitale Modellbahn, wozu digital das kann man auch alles analog machen,
und es ist auch noch sinnlos teuer. Jeder hatte eine andere Meinung, wie welches
Problem gelöst werden konnte. Aber ich hatte auch eine, und die war meist noch
anders.
Bevor
die Entscheidung für ein digitales Steuerungssystem getroffen wurde, habe ich
mich mit den auf den Markt befindlichen Systemen beschäftigt. Bücher haben sich
dabei, außer für das Grundlagenwissen, nicht als sehr günstig erwiesen. Bei dem
schnellen Lauf der Technik waren sie meist schon überholt. Bei den aufgesuchten
Fachhändlern hatte jeder seine Favoriten aber keiner ausreichend Zeit, das Für
und Wieder zu erläutern. In Zeitschriften hat man gesehen, was es alles gibt und
welche Möglichkeiten vorhanden sind. Meine Wahl viel auf das Selectrix®-System und nun kam auch die berühmte Startpackung
ins Spiel.
Schon
nach den ersten Fahrversuchen waren viele Clubmitglieder von den
Fahreigenschaften begeistert. Doch die Steuerung mit dem Handregler konnte
nicht schon alles gewesen sein. Ich wollte schließlich eine Anlage, die von
einem Computer geregelt wird. Dazu mussten noch einige weitere Komponenten her.
Denn der Slogan „beim Digitalfahren brauchen
nur zwei Drähte an die Gleise angeschlossen werden und alles fährt“,
funktioniert auch nur bis zu einem gewissen Punkt. Auf
der Modellbaumesse in Rostock 2007 lernte ich den rautenhaus
digital® Vertriebspartner Herrn Matthias Scheller vom Modellbahn-Service-Mecklenburg
mit seiner mobilen TT-Vorführanlage kennen. Die Vorzüge der digitalen Steuerung
mit den Produkten von rautenhaus digital® wie die
Fahreigenschaften der Lokomotiven und das sichere Schalten und Melden haben
mich überzeugt. Was weiterhin für mich sehr wichtig war, hier hatte jemand Zeit
und ist ausführlich auf meine Probleme eingegangen. Es war auch nach dem Kauf
ein Ansprechpartner vorhanden, den man bei Problemen anrufen konnte. Nach einer
kostenlosen Beratung und Vorführung beim Modellbahn-Service-Mecklenburg
stand die Entscheidung für eine digitale Steuerung mit rautenhaus
digital® fest.
Nun
ging es wieder in eine lange Phase des Bauens und Basteln. Gleispläne wurden
entworfen und wieder verworfen. Landschaft und Gebäude wurden hergestellt und
aufeinander abgestimmt. Hier machten sich die Erfahrungen der anderen
Clubmitglieder besonders bemerkbar. Aufgrund ihrer langjährigen Leidenschaft
für die Modelleisenbahn konnte ich mir viele Tricks "ablauschen" und die
richtigen Materialien auswählen.
Aber
noch immer waren einige von meinem Vorhaben und von der Art der Umsetzung noch
nicht überzeugt. Die „schwarzen Kästen“ von rautenhaus
digital® wurden belächelt und mit den verschiedensten Witzen bedacht. Dem
digitalen Fahren und Regeln stand man noch immer skeptisch gegenüber. Je weiter
der Anlagenbau voran schritt, desto mehr traten die Gegenargumente in den
Hintergrund. Dank Matthias Scheller vom Modellbahn-Service-Mecklenburg
konnte eine vom PC gesteuerte digitale Modellbahnanlage, die nach vielen
Stunden der Feinarbeit und Abstimmung der einzelnen Komponenten ganz toll
funktionierte, entstehen.
Als
dann endlich alles dem Fahrplan entsprechend ablief, war es einfach ein tolles
Gefühl. Der Bau einer digitalen Anlage hat sich nach meiner Ansicht gelohnt. Im
Fahrablauf sind Möglichkeiten vorhanden, die in einem analogen Betrieb nicht
machbar sind. Das betrifft das Fahrverhalten der einzelnen Züge und auch die
Abwechslung im Zugbetrieb.
Zur
Weihnachtsaustellung 2008 des Modellbahnclubs Greifswald in der Uni-Mensa konnte
ich erstmalig in Greifswald eine PC gesteuerte digitale Modellbahnanlage präsentieren. An
beiden Ausstellungstagen lief die N-Anlage jeweils 8 Stunden ohne eine
nennenswerte Störung. Selber konnte ich, nachdem die anfängliche Spannung
verflogen war, eine entspannte Ausstellung erleben. Ich konnte mit den
interessierten Besuchern reden und die Vorzüge der Steuerung zeigen. Der
PC steuerte in Zusammenarbeit mit den Komponenten von rautenhaus
digital® perfekt die Abläufe auf der Anlage. Auf
weiteren Ausstellungen in Rostock, Leipzig und in Loitz hat es
nur einmal ein Problem im Ablauf des Fahrbetriebes gegeben. Dieses ist durch
einen zu engen Zeitplan in der Programmierung des Zugbetriebes entstanden. Aber
das soll ja auch bei der großen Eisenbahn mal vorkommen. Das
Ergebnis war jedenfalls so überzeugend, dass nicht nur die skeptischen
Meinungen der anderen Clubmitglieder ausgeräumt wurden, es wird nun sogar eine
Clubanlage digital umgerüstet, eine weitere auf Computersteuerung umgebaut,
eine Dritte wird digital gefahren und analog geschaltet.
Aber
auch bei meiner Anlage hat sich gezeigt, dass die Möglichkeiten einer digitalen
Steuerung noch lange nicht ausgeschöpft sind. Textbeitrag und Bilder: Gerd Schwarz im Januar 2010.


So ist z.B. noch die Ansteuerung
von Funktionsmodellen vorgesehen und eine Erweiterung für die Darstellung eines
abwechslungsreicheren Fahrbetriebes ist bereits geplant. 